Das Gebiet von S. Francesco befand sich bis 1460 außerhalb des Stadtgebietes und wurde dann auf Betreiben Papst Pius II, dessen Eltern in dieser Kirche bestattet waren, in den derzeitigen Verteidigungswall eingeschlossen.
Mit dem Bau wurde 1326 begonnen und er fand 1475 seinen Abschluss. Die Fassade ist ein modernes Werk in neugotischem Stil, und sie wurde 1913 fertiggestellt.
Das Innere zeigt ein einzigen großartiges gotisches Schiff und zeichnet sich besonders durch die Wände aus, wo sich weißer und schwarzer Marmor abwechselt; im linken Querschiff befinden sich zwei Kapellen mit Fraesken der Brüder Pietro und Ambrogio Lorenzetti. Die Kreuzigung in der ersten Kapelle ist ein hochtragisches, ausdrucksstarkes Werk Pietros.
In der dritten Kapelle arbeitete dagegen Ambrogio, der hier den Hl. Ludwig von Anjou zu Füßen Papst Bonifaz VIII und das Martyrium der Franziskaner in Cetua (Marokko) malte. Diese Werke der Lorenzetti sind in die Jahre zwischen 1331 und 1335 zu datieren.
In einer modernen Kapelle wird das "Wunder der Eucharistie von Siena" aufbewahrt: Es handelt sich um 200 geweihte Hostien, die 1730 gestohlen und dann in der Kirche S. Maria di Provenzano wieder aufgefunden wurden. Sie wurden in einem feierlichen Zug wieder nach S. Francesco zurückgebracht und sind seither frisch und gut erhalten geblieben; man kann sie in einer modernen, reich geschmückten Monstranz sehen.
Man geht aus der Kirche und findet auf der rechten Seite des Platzes das
Oratorium von S. Bernardino, des zweiten großen Heiligen von Siena, der zwischen 1380 und 1444 lebte und, obwohl aus Massa Marittima gebürtig, "da Siena" genannt wurde, da seine Familie von hier stammte und er sich hier lange Zeit für die Reform des Franziskonerordens und der Aussöhnung zwischen den politischen Richtungen eingesetzt hatte, die untereinander um die Macht kämpften. Das Oratorium besteht aus einem oberen und einem unteren Teil; das obere Oratorium ist besonders interessant wegen der nach einem eleganten Entwurf 1496 mit Holz- und Stuckarbeiten ausgeschmückten Wände und wegen der wertvollen Bilder aus dem 16. Jh., unter denen die von Sodoma und Beccafumi hervorstechen.
Von der Piazza S. Francesco nehme man die via die Rossi, dann via die Baroncelli und via del Fosso, um zur Kirche S. Maria del Provenzano zu kommen.
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